Ganz so idyllisch, wie David Bowie die Stadt besingt, ist Mandalay wohl eher nicht. O.K. Pagoden gibt es wieder eine Menge, ansonsten ist Mandalay eine Stadt bestehend aus Staub, Dreck und zum Teil himmelschreiender Armut (was eigentlich ein gutes Fazit für ganz Myanmar wäre). Aber trotzdem hat die Stadt und ihre Bewohner einen ganz eigenen Zauber und es hat uns um Längen besser gefallen als in Yangon.

Wirklich sicher bin ich mir allerdings nicht, ob es wirklich gewünscht ist, dass Ausländer Roller fahren, wir haben wenigstens in 3 Tagen Mandalay weniger als 5 weißhäutige Menschen auf einem Scooter gesehen und ernteten zum Teil sehr ungläubige Blicke wenn wir so im Straßenverkehr mitschwammen. Dazu muss man sagen, dass der Verkehr zumindestens in den Stoßzeiten wirklich mörderisch ist uns es irgendwie kaum Verkehrsregeln gibt.
Aber wenigstens für mich gilt, so richtig Asien ist erst wenn ich nen Roller unterm Hintern hab ;))

Verantwortlich war diesmal natürlich auch unsere hervorragende Unterkunftsauswahl!
Jetzt aber zu unserem ersten halben Tag in der Stadt (wir kamen erst so 15.30 aus Bagan an). Wir hatten eigentlich geplant in die Palastarea (wo früher König/Kaiser und Co. wohnten) zu gehen, waren aber wieder kurz vor Closingtime da. Also mussten wir umdisponieren. Am besten ging dies natürlich mit vollem Magen und wir aßen erstmal an der nächsten Straßenecke eine Kleinigkeit. Das belebende Essen kostete uns ganze 1.5€, dafür durfte man bei den hygienischen Verhältnissen nicht so genau hinschauen.
Wir kamen mit dem netten Besitzer ins Gespräch und offerierten ihm unsere Pläne für den restlichen Tag. Wie der Zufall so wollte, kannte er natürlich einen privaten Fahrer der uns für cheap price zu unserer Wunschdestination fahren würde.
Cheap price war aber das gleiche, was ich für einen Roller (half day) im Hotel bezahlt hätte und schwupps saßen wir wieder auf einem 125ccm Automatikroller. Was im nachhinein die beste Entscheidung ever war, da wir mit dem Roller in Ecken fahren konnten die wir sonst nie gesehen hatten, ultra flexibel waren und den Stress der Transportorganisation nie hatten.
Es gibt doch kein besseres Gefühl mit dem Scooterschlüssel zu winken, wenn nach einem Pagodenbesuch 5 Menschen auf einen zustürmen und einen in ihr Taxi winken möchten. Wir haben sogar unverbindliche Tipps von "Taxifahrern" bekommen ohne den Hintergedanken, dass sie uns die Tour verkaufen wollen.
Dazu muss man sagen, dass es in Mandalay kaum Taxis gibt (anders als in Yangon) und jede einzelne Strecke, die wir in den nächsten Tagen gefahren sind uns erheblich mehr gekostet hätte.
Unser erster Stop war dann ein Sunset View Point am River Ayeyawady (fließt auch in Bagan), wo wegen dem vielen Staub wieder kein richtiger Sunset zu betrachten war. Dafür fuhren wir die Flussstraße etwas aufwärts und wunderten uns über die recht ärmlichen Lebensverhältnisse der Menschen dort. Auf der anderen Riverseite gab es ein kleines Dorf auf einer Insel, wo eine recht vertrauenswürdige Brücke hinführte.
Da es aber schon fast dunkel war, beschlossen wir unsere Neugierde auf den nächsten Tag zu verschieben. Soviel sei im voraus gesagt: Myanmar gehört sicherlich nicht zur ersten Welt.



Zum Abschluss des Abends ersparte uns der Roller noch endlos viele Treppenstufen den Mandalay Hill herauf (kleine Erhebung in der Stadt - natürlich mit Pagode). Es gibt nämlich eine nette Straße hoch :)) Pagoden haben wir mittlerweile so viele gesehen, auch diese war irgendwie ähnlich. Der Ausblick über Mandalay bei Nacht war aber grandios.




Warum es uns Mandalay trotz allen negativen Punkten angetan hat, versuche ich in den nächsten beiden Einträgen zu erklären.
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Kaschi (Donnerstag, 08 März 2018 16:56)
Sehr schön!
Wünsche euch weiterhin eine schöne aufregende Reise